Kategorie-Archiv: 02 Astronomie

Internationales Teleskoptreffen (ITT) 2012!

Es war das 28. ITT insgesamt und das 17. Treffen auf der Emberger Alm!
Wir danken allen, die gekommen sind und allen, die uns geholfen haben das Treffen wieder zu einem Erfolg zu machen. Das Alpenhof-Team!
Auch heuer wieder wunderbares Wetter und tolle Bedingungen in den Nächten.
Die Stimmung war großartig und wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Treffen von 3.10. – 6.10.2013!

Links zu Berichten im Web:
– Wolfi Ransburg: link>
– astronomie.de: link>

Neue Astrofotos von Detlef Hartmann

Die folgenden 4 Bilder entstanden im März 2011 sowie beim ITT 2011 und beim ITT 2012 am Newton (D=443 mm, f=2048 mm).
Als Kamera wurde eine SBIG ST10-XME verwendet. Ein Baader Komakorrektor RCC-1 sorgte für gute Bildschärfe bis in die Ecken. Nachgeführt wurde optisch mit einem SBIG AO-8, die Bildverarbeitung erfolgte mit dem Astro-Bildverarbeitungsprogramm PixInsight 1.7.

Detlef Hartmann

M51 M 51 (Strudelgalaxie)
Bei dieser wunderschönen Spiralgalaxie mit Begleiter sehen wir direkt von oben auf die Scheibe. Sie steht im Sternbild Jagdhunde und ist ca. 23 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Entdeckt wurde sie 1773 von Messier. Sie ist bei dunklem Himmel schon mit einem Feldstecher erkennbar. Erst 1845 konnte Lord Rosse mit einem für damalige Verhältnisse riesigen Teleskop von 1,83 m Öffnung die Spiralstruktur erkennen. Die deutliche Spiralstruktur wurde durch die Begleitgalaxie ausgelöst, die die Scheibe von M51 vor ca. 500 Millionen Jahren durchquerte. Das Bild ist knapp 5 Stunden belichtet, je zur Hälfte Luminance und Farbe. Das Seeing war gut und lag bei 2″.

NGC891 NGC 891
Diese Galaxie im Sternbild Andromeda zeigt sehr schön, wie eine Spiralgalaxie genau von der Seite aus aussieht. Spiralgalaxien sind scheibenartig und sehr flach, in der Mitte gibt es meist eine Verdickung („Bulge“), die hier jedoch nur sehr schwach ausgeprägt ist. Deutlich ist ein gut strukturiertes, dunkles Staubband zu erkennen. NGC 891 ist ca. 30 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Die gesamte Galaxie ist von einem großen, sehr schwachen Halo umgeben, das durch die lange Belichtungszeit von 5 Stunden erkennbar wird.

NGC7293 NGC 7293 (Helixnebel)
Dieser Planetarische Nebel steht im Sternbild Wassermann in einer Entfernung von 700 Lichtjahren von uns. Sein Durchmesser beträgt 2,5 Lichtjahre. Er wurde vor ca. 10600 Jahren von seinem Zentralstern gebildet. Da der Nebel uns relativ nahe steht, erscheint er uns vom Winkeldurchmesser her fast so groß wie unser Mond. 1996 wurden mit dem Hubble Weltraumteleskop die kometarischen Knoten in dem Nebel entdeckt, die auch auf diesem Bild hier schon gut erkennbar sind (die fingerförmigen Strukturen, die vom Nebelrand Richtung Zentralstern deuten und am Kopf jeweils eine kleine Verdickung haben). Das Bild wurde 5,5 Stunden belichtet, davon 2/3 Luminance und 1/3 Farbe.

Stephans Quintett Stephans Quintett
Diese schwache Galaxiengruppe aus den 5 Galaxien NGC 7317, NGC 7318A, NGC 7318B, NGC 7319 und NGC 7320C steht im Sternbild Pegasus. Es handelt sich um Galaxien, die miteinander in gravitativer Wechselwirkung stehen und dadurch Gezeitenschweife ausgebildet haben. Die Gruppe ist ca. 300 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Auf der 12 Stunden lang belichteten Aufnahme (je zur Hälfte Luminance und Farbe) sind auch noch schwache Reste des intergalaktischen Mediums (IGM) erkennbar, aus denen sich die Gruppe gebildet hat. Das Bild ist eine Ausschnittvergrößerung.

 

Neue, fantastische Astrofotos von Detlef Hartmann

Die folgenden 4 Bilder wurden während des ITT 2011 und im März 2012 am Newton (D=443 mm, f=2048 mm) aufgenommen.
Als Kamera wurde eine SBIG ST10-XME verwendet. Ein Baader Komakorrektor RCC-1 sorgte für gute Bildschärfe bis in die Ecken. Nachgeführt wurde optisch mit einem SBIG AO-8, dies ergibt schärfere Bilder als bei nur motorisch geregelter Nachführung. Die Bildverarbeitung erfolgte mit dem Astro-Bildverarbeitungsprogramm PixInsight 1.7.

Detlef Hartmann

M1 M 1, der Krebsnebel im Sternbild Stier
Der Krebsnebel ist ein Supernova-Überrest. Die Supernova explodierte im Jahr 1054 und war so hell, dass die Chinesen damals den Stern 3 Wochen lang sogar am Taghimmel sehen konnten. Noch heute dehnt sich der Nebel mit einer Geschwindigkeit von 1500 km/s aus. Die Entfernung von der Erde beträgt 6300 Lichtjahre. Genau in Bildmitte befindet sich der Pulsar, der nach der Explosion vom Vorläuferstern übrig geblieben ist. Er hat einen Durchmesser von nur 30 km und dreht sich 30x pro Sekunde um seine Achse. Dabei strahlt er auch Radio- und Röntgenpulse ab. Direkt am Pulsar kann man sogar 2-3 Schockfronten sehen, die durch vom Pulsar ausströmendes Gas entstehen. Belichtet wurde gut 4 Std. (2,25 Std. Luminance, 2 Std. RGB zusammen). Das Seeing war sehr gut (1.8″ auf den Rohbildern). Das Bild ist eine Ausschnittvergrößerung.

M81 M 81, die Bode-Galaxie im Sternbild Große Bärin
Diese Galaxie hat einen Durchmesser von 95000 Lichtjahren und ist 11,8 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Es sind viele Einzelobjekte in der Galaxie erkennbar. Bei den rechts oberhalb des Galaxienkerns vor der Galaxie quer verlaufenden Staubbändern handelt es sich um Vordergrund-Material unserer eigenen Galaxie, den sogenannten „Galaktischen Cirrus“. Links von der Galaxie ist noch die kleine unregelmäßige Galaxie Holmberg IX erkennbar. Die Belichtungszeit betrug 5,5 Std. (je zur Hälfte Luminance und RGB).

M97 M 97, der Eulennebel im Sternbild Große Bärin
Bei M97 handelt es sich um einen planetarischen Nebel, ein weniger explosives Ende eines Sternenlebens. Die Hülle dehnt sich derzeit noch mit 40 km/s aus. Er hat ein Alter von ca. 6000 Jahren, die Entfernung beträgt ca. 2600 Lichtjahre. Die Belichtungszeit betrug 4,5 Std. bei gerade noch ausreichendem Seeing von 3″. Das Bild ist eine Ausschnittvergrößerung.

M101 M 101, die Feuerrad-Galaxie im Sternbild Große Bärin
Diese schöne Spiralgalaxie, auf die wir praktisch senkrecht blicken, hat einen Durchmesser von 170000 Lichtjahren und steht in einer Entfernung von 27 Millionen Lichtjahren von der Erde. Auch hier sind viele Einzelobjekte erkennbar (H-II-Gebiete, Sternhaufen). Von hinten scheinen viele kleine wesentlich weiter entfernte Galaxien hindurch. Bei dem blauen Stern rechts unterhalb des Galaxienkerns (nahe dem unteren Bildrand) handelt es sich um eine Supernova (SN 2011fe), die am 24.08.11 explodiert ist. Die Belichtungszeit liegt bei 4,8 Std. bei einem guten Seeing von 2″.

 

Internationales Teleskoptreffen (ITT) 2011!

Es war das 27. ITT und zugleich das 16. Treffen auf der Emberger Alm!
Wir danken allen, die gekommen sind und allen, die uns geholfen haben das Treffen wieder zu einem Erfolg zu machen. Das Alpenhof-Team!

Diesmal war von Anfang bis zum Ende ungetrübtes Kaiserwetter und tolle Bedingungen in den Nächten.
Die Stimmung war großartig und wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Treffen von 20.9. – 23.9.2012!

Links zu Berichten im Web:
– Wolfi Ransburg: link>
– Günter Jenner: link>
– Mike Wölle: link>
– Johannes Stübler: link>
– Bernhard: link> und noch ein Bild, das am ITT entstanden ist: link>

Internationales Teleskoptreffen (ITT) 2010!

Es war das 26. ITT und zugleich das 15. Treffen auf der Emberger Alm!
Wir danken allen, die gekommen sind und allen, die uns geholfen haben das Treffen wieder zu einem erfolg zu machen. Das Alpenhof-Team!

Trotz anfänglichen Nebelwetters kamen wieder viele Sternfreunde, die meisten blieben auch bis zum Ende und ihr ausharren wurde mit einer traumhaften Beobachtungsnacht von Samstag auf Sonntag belohnt.
Die Stimmung war wieder großartig und wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Treffen von 29.9. – 2.10.2011!

Fotos von Peter Slansky

Fotografiert von Peter Slanksy am 14.3.2010 (von 00:14 – 2:58 MEZ)auf der Emberger Alm.

Das Teleskop ist ein Selbstbau Newton (ANT 222/985) mit einer Brennweite von 985mm und einer Blende von 4.4 montiert auf einer Lichtenknecker M100B. Die Kamera eine Canon EOS 20Da. Komposit aus 7x6min. mit 1600ISO.

ITT – Internationales Teleskoptreffen in Kärnten 2009

LiebeAstrogemeinde
LiebeFreunde und Kameraden

Was gibt es für uns Himmelswanderer schöneres als unter einem prächtigen Sternenhimmel zu verweilen und in aller Ruhe die Schätze des Firmaments zu betrachten? Frei in der Natur, ohne störendes Streulicht oder atmosphärischer Verschmutzung, losgelöst vom Zeitdruck und den Regeln des Alltages die Schönheit und Mächtigkeit ausserhalb unserer Biosphäre zu geniessen. Welch wunderbarer Gedanke!

Lesen SIe den ganzen Bericht von Stephan Ebert (PDF) »

Astrofotos von Detlef Hartmann während des ITT 2006

Aufnahmedaten:
Alle Bilder wurden im September 2006 auf der Emberger Alm aufgenommen. Aufnahmeinstrument war der 17,4″-Newton (Brennweite 1996 mm) in Verbindung mit einer Einsteiger-CCD-Kamera SBIG ST-402XME.

Pferdekopfnebel (B 33 vor IC 434):
aufgenommen am 28.+29.09.06. Insgesamt 02:40 Stunden belichtet (15×5 Min. Luminance (Binning 1×1), 5×5 Min. Rot (Binning 2×2), 4×5 Min. Grün (Binning 2×2), 8×5 Min. Blau (Binning 2×2)). Der Hintergrund ist nicht so rot wie oft dargestellt, da neben H-Alpha- auch noch H-Beta-Emissionen enthalten sind. Die richtigen Farb-Mischungsverhältnisse (R:G:B) wurden mit Hilfe eines G2V-Stern ermittelt. Der Pferdekopfnebel hat eine Ausdehnung von ca. 3 Lichtjahren und ist ca. 1000-1500 Lichtjahre von uns entfernt.

Stephans Quintett (NGC 7317 – NGC 7320C):
aufgenommen an vielen Tagen: 20.+21.+24.+25.+27.+28.09.06. Insgesamt 06:35 Stunden belichtet (79×5 Min. Luminance (Binning 1×1)). Zusätzlich wurden noch 14 Aufnahmen gewonnen, die aber nicht verwendet werden konnten, wegen: Tau, Wolken, Satellitenspuren, Nachführung verzogen, Nachführung rausgelaufen. Die Grenzgröße dieser Aufnahme liegt bei ca. +24 Mag. Es sind über 100 sehr schwache Hintergrund-Galaxien erkennbar. Der Galaxienhaufen wurde 1877 von dem französischen Astronomen M.E. Stephan entdeckt. Stephans Quintett ist ca. 260-290 Millionen Lichtjahre entfernt. Die hellsten Mitglieder haben die 2,4-fache Leuchtkraft unserer Milchstraße. Die einzelnen Galaxien haben nur scheinbare Durchmesser von 1′-2′. Ihre scheinbaren Helligkeiten liegen bei +14 Mag. Die einzelnen Mitglieder stehen in starken Wechselwirkungen zueinander und zum IGM (Intra Group Medium).

Quasar SDSS J0002+2550:
aufgenommen am 20./21.09.06. Insgesamt 01:30 Stunden belichtet (18×5 Min. Luminance (Binning 1×1)). Dies ist einer der hellsten und entferntesten bekannten Quasare. Er hat eine Rotverschiebung von z=5,80. Damit steht er in einer Entfernung von ca. 12,7 Milliarden Lichtjahren. Da das Universum ca. 13,7 Milliarden Jahre alt ist, sehen wir hier also ein Objekt in einem Zustand von nur 1 Milliarde Jahren nach Entstehung des Universums. Der Quasar hat eine scheinbare Helligkeit von ca. +22 Mag., seine absolute Helligkeit liegt bei -27,88 Mag. Dies bedeutet, selbst in einer Entfernung von 10 Parsec (=32,6 Lichtjahren) würde er unsere Erde noch stärker als unsere Sonne beleuchten. Der Quasar hat ungefähr die 12 Billionen-fache Leuchtkraft unserer Sonne.

NGC 7479:
aufgenommen am 29.09.06. Insgesamt 01:15 Stunden belichtet (15×5 Min. Luminance (Binning 1×1)). Eine sehr schöne Balken-Spiralgalaxie (Type SBb-c) in einer Entfernung von 150 Millionen Lichtjahren im Sternbild Pegasus. Die Leuchtkraft entspicht dem 2,3-fachen unserer Milchstraße. Auf dem Bild sind auch einige schwache Hintergrundgalaxien erkennbar.

UGC 1810:
aufgenommen am 27.09.06. Insgesamt 00:50 Stunden belichtet (10×5 Min. Luminance (Binning 1×1)). UGC 1810 und UGC 1813 bilden evtl. ein Paar wechselwirkender Galaxien. UGC 1810 ist 330 Millionen Lichtjahre entfernt und hat die 6-fache Leuchtkraft unserer Milchstraße. Für UGC 1813 werden 320 Millionen Lichtjahre angegeben, was im Rahmen der Meßfehler die gleiche Entfernung wie UGC 1810 bedeutet. Die Formen dieser beiden interessanten Galaxien sind bemerkenswert. Die hellen Strahlen an den Vordergrundsternen sind teilweise durch die Fangspiegel-Aufhängung, teilweise durch Blooming auf dem CCD-Chip bedingt.

NGC 1555:
aufgenommen am 21.+24.09.06. Insgesamt 01:30 Stunden belichtet (18×5 Min. Luminance (Binning 1×1)). Bei NGC 1554/1555 handelt es sich um einen der seltenen variablen Reflexionsnebel („Hind’s variabler Nebel“). Er wurde 1852 von J.R.Hind entdeckt. Dieser Nebel umgibt den veränderlichen Stern T Tauri. Dieser ist der Namensgeber für eine ganze Klasse veränderlicher Sterne. T Tauri-Sterne sind mit die jüngsten beobachtbaren Sterne (nur 100000 bis 1 Million Jahre alt), sie befinden sich gerade in der Kontraktionsphase zum Hauptreihenstern. T Tauri-Sterne zeigen im Spektrum Emissionslinien, was auf eine ausgedehnte Gashülle hinweist. T Tauri ist also ein sehr junger Stern, der noch immer von Gas und Staub aus seiner Entstehungsphase umgeben ist. Je nach Anordnung der Staubwolken wird das Licht des Sterns, das den Nebel beleuchtet, manchmal abgeschwächt und erzeugt so die Variabilität des Nebels. Die Variabilität war im vorletzten und letzten Jahrhundert wesentlich stärker als heutzutage. Eine weitere Quelle von Variablität ist auch im T Tauti-Stern selbst begründet, da dieser sich noch nicht im hydrostatischen Gleichgewicht befindet und daher auch zu Ausbrüchen neigt. Auf dem Bild erkennt man deutlich die mehrschaligen Gas- und Staubnebel, in die der Stern T Tauri eingebettet ist.