Astrofotos von Detlef Hartmann während des ITT 2005

Alle Aufnahmen wurden mit einer Einsteiger-CCD-Kamera SBIG ST-402XME fokal am 17,4″-Newton gemacht. Bis auf den 2003 UB313 wurde jeweils 12×5 Minuten s/w belichtet, bei den Farbaufnahmen kamen dann noch je Farbe (rot/grün/blau) jeweils 3×5 Minuten dazu, d.h. pro Farbbild insgesamt 1,75 Stunden Belichtungszeit.

NGC1275 ist die sehr starke Radioquelle Perseus A im Perseus-Galaxienhaufens. Nach neuesten Beobachtungen nimmt man an, dass dort 2 Galaxien kollidieren und sich dabei gegenseitig durchdringen. Einige der irregulären Strukturen auf dem Foto um den Galaxienkern herum sind dadurch bedingt. Der Galaxienhaufen ist ca. 310 Millionen Lichjahre entfernt.

M1 ist der Krebsnebel im Stier, ein Supernova-Überrest. Die Supernova wurde im Jahr 1054 von den Chinesen beobachtet, sie war 3 Wochen lang sogar am Tageshimmel sichtbar. Auch heute noch breiten sich die Gasmassen der Supernova-Explosion mit 1500 km/sec. aus. Der Krebsnebel ist ca. 3400 Lichtjahre entfernt. Der Reststern ist heute ein Pulsar, der sich 30x pro Sekunde um seine Achse dreht (auf dem Bild ist es der untere rechte der beiden sehr eng beieinander stehenden Sterne in der Bildmitte).

M27 ist der Hantelnebel im Sternbild Füchschen. Es ist ein planetarischer Nebel, im Gegensatz zum Krebsnebel ein weniger dramatischer Vorgang am Lebensende eines Sterns. Er ist 650 Lichtjahre entfernt. Der Nebel wird durch den (blauen) Zentralstern zum Leuchten angeregt.

2003 UB313 ist erst kürzlich entdeckt worden (Januar 2005). Es handelt sich um ein TNO (Trans-Neptunian Object). In der Presse wurde er als der 10. Planet hochgespielt. Er ist größer als Pluto. Er umkreist die Sonne auf einer stark elliptischen Bahn mit einer Umlaufzeit von 557 Jahren. Derzeit ist er 96 Astronomische Einheiten entfernt. Mit einer Helligkeit von 18,8 Mag. war er ein „leichtes“ Objekt. Das Bild ist daher auch nur eine Belichtung von 5 Minuten Dauer.

Bilder vom Astrourlaub von Klaus Lehman – September 2005

Liebe Familie Sattlegger, liebe Familie Graichen und andere Sternfreunde!

In der Nacht vom 1. zum 2. September 2005 hatten wir nach einigen Tagen mit unbeständiger Witterung und nächtlicher Bewölkung endlich wieder einen sternklaren Himmel. Die Milchstraße war in ihrer ganzen Pracht zu bewundern und man konnte sehen, wie allein das Sternenlicht die Nacht erhellte.
Nachdem ich an zwei Abenden zuvor bei kurzen Aufheiterungen die Nachführung des Meade 12″-Teleskops mit „Smart Drive“ geprüft und etwas verbessert hatte, konnte ich die Aufnahmen durchweg mit Belichtungszeiten von 60 sec. ohne zusätzliche Nachführung mit einem Leitstern durchführen.
Ich verwendete dabei einen Fokalreducer- Bildfeldebner von Meade zur Erhöhung der Lichtstärke von F:10 auf F:6,3. Die Brennweite wurde dadurch von 3.000 mm auf 1.890 mm reduziert und das Bildfeld vergrößert. Die verwendete Kamera von SBIG ST2000XM hat eine Chipgröße von 9 x 12 mm mit einer Auflösung von 1600 x 1200 Pixel(Größe der Pixel 7,4 x 7,4 µm). Das Bildfeld der Aufnahmen von M8, M16, M17 und M20 beträgt damit 16 x 21 Bogen-min, M27 ist eine Ausschnittsvergrößerung mit etwa 8 x 10 Bogen-min.
Alle Aufnahmen wurden mit Rot- Grün- Blau- Filtern je 3×60 sec belichtet und zu einem RGB- Komposit vereinigt (TIF), nach geringen Korrekturen in das JPG- Format überführt und zur schnelleren e-Mail- Übertragung von eine Dateigröße von ca. 2 MB auf ca. 500 KB reduziert. Ich finde, dass diese Ergebnisse doch recht beeindrucked und schöne Beweise für die Klarheit des
Sternenhimmels über der Emberger Alm sind.

Ich hoffe, Sie erinnern sich mit diesen Bildern gern an die schönen Urlaustage auf der Emberger Alm und grüße Sie recht herzlich Ihr Klaus Lehmann.