Astrofotos von Detlef Hartmann während des ITT 2006

Aufnahmedaten:
Alle Bilder wurden im September 2006 auf der Emberger Alm aufgenommen. Aufnahmeinstrument war der 17,4″-Newton (Brennweite 1996 mm) in Verbindung mit einer Einsteiger-CCD-Kamera SBIG ST-402XME.

Pferdekopfnebel (B 33 vor IC 434):
aufgenommen am 28.+29.09.06. Insgesamt 02:40 Stunden belichtet (15×5 Min. Luminance (Binning 1×1), 5×5 Min. Rot (Binning 2×2), 4×5 Min. Grün (Binning 2×2), 8×5 Min. Blau (Binning 2×2)). Der Hintergrund ist nicht so rot wie oft dargestellt, da neben H-Alpha- auch noch H-Beta-Emissionen enthalten sind. Die richtigen Farb-Mischungsverhältnisse (R:G:B) wurden mit Hilfe eines G2V-Stern ermittelt. Der Pferdekopfnebel hat eine Ausdehnung von ca. 3 Lichtjahren und ist ca. 1000-1500 Lichtjahre von uns entfernt.

Stephans Quintett (NGC 7317 – NGC 7320C):
aufgenommen an vielen Tagen: 20.+21.+24.+25.+27.+28.09.06. Insgesamt 06:35 Stunden belichtet (79×5 Min. Luminance (Binning 1×1)). Zusätzlich wurden noch 14 Aufnahmen gewonnen, die aber nicht verwendet werden konnten, wegen: Tau, Wolken, Satellitenspuren, Nachführung verzogen, Nachführung rausgelaufen. Die Grenzgröße dieser Aufnahme liegt bei ca. +24 Mag. Es sind über 100 sehr schwache Hintergrund-Galaxien erkennbar. Der Galaxienhaufen wurde 1877 von dem französischen Astronomen M.E. Stephan entdeckt. Stephans Quintett ist ca. 260-290 Millionen Lichtjahre entfernt. Die hellsten Mitglieder haben die 2,4-fache Leuchtkraft unserer Milchstraße. Die einzelnen Galaxien haben nur scheinbare Durchmesser von 1′-2′. Ihre scheinbaren Helligkeiten liegen bei +14 Mag. Die einzelnen Mitglieder stehen in starken Wechselwirkungen zueinander und zum IGM (Intra Group Medium).

Quasar SDSS J0002+2550:
aufgenommen am 20./21.09.06. Insgesamt 01:30 Stunden belichtet (18×5 Min. Luminance (Binning 1×1)). Dies ist einer der hellsten und entferntesten bekannten Quasare. Er hat eine Rotverschiebung von z=5,80. Damit steht er in einer Entfernung von ca. 12,7 Milliarden Lichtjahren. Da das Universum ca. 13,7 Milliarden Jahre alt ist, sehen wir hier also ein Objekt in einem Zustand von nur 1 Milliarde Jahren nach Entstehung des Universums. Der Quasar hat eine scheinbare Helligkeit von ca. +22 Mag., seine absolute Helligkeit liegt bei -27,88 Mag. Dies bedeutet, selbst in einer Entfernung von 10 Parsec (=32,6 Lichtjahren) würde er unsere Erde noch stärker als unsere Sonne beleuchten. Der Quasar hat ungefähr die 12 Billionen-fache Leuchtkraft unserer Sonne.

NGC 7479:
aufgenommen am 29.09.06. Insgesamt 01:15 Stunden belichtet (15×5 Min. Luminance (Binning 1×1)). Eine sehr schöne Balken-Spiralgalaxie (Type SBb-c) in einer Entfernung von 150 Millionen Lichtjahren im Sternbild Pegasus. Die Leuchtkraft entspicht dem 2,3-fachen unserer Milchstraße. Auf dem Bild sind auch einige schwache Hintergrundgalaxien erkennbar.

UGC 1810:
aufgenommen am 27.09.06. Insgesamt 00:50 Stunden belichtet (10×5 Min. Luminance (Binning 1×1)). UGC 1810 und UGC 1813 bilden evtl. ein Paar wechselwirkender Galaxien. UGC 1810 ist 330 Millionen Lichtjahre entfernt und hat die 6-fache Leuchtkraft unserer Milchstraße. Für UGC 1813 werden 320 Millionen Lichtjahre angegeben, was im Rahmen der Meßfehler die gleiche Entfernung wie UGC 1810 bedeutet. Die Formen dieser beiden interessanten Galaxien sind bemerkenswert. Die hellen Strahlen an den Vordergrundsternen sind teilweise durch die Fangspiegel-Aufhängung, teilweise durch Blooming auf dem CCD-Chip bedingt.

NGC 1555:
aufgenommen am 21.+24.09.06. Insgesamt 01:30 Stunden belichtet (18×5 Min. Luminance (Binning 1×1)). Bei NGC 1554/1555 handelt es sich um einen der seltenen variablen Reflexionsnebel („Hind’s variabler Nebel“). Er wurde 1852 von J.R.Hind entdeckt. Dieser Nebel umgibt den veränderlichen Stern T Tauri. Dieser ist der Namensgeber für eine ganze Klasse veränderlicher Sterne. T Tauri-Sterne sind mit die jüngsten beobachtbaren Sterne (nur 100000 bis 1 Million Jahre alt), sie befinden sich gerade in der Kontraktionsphase zum Hauptreihenstern. T Tauri-Sterne zeigen im Spektrum Emissionslinien, was auf eine ausgedehnte Gashülle hinweist. T Tauri ist also ein sehr junger Stern, der noch immer von Gas und Staub aus seiner Entstehungsphase umgeben ist. Je nach Anordnung der Staubwolken wird das Licht des Sterns, das den Nebel beleuchtet, manchmal abgeschwächt und erzeugt so die Variabilität des Nebels. Die Variabilität war im vorletzten und letzten Jahrhundert wesentlich stärker als heutzutage. Eine weitere Quelle von Variablität ist auch im T Tauti-Stern selbst begründet, da dieser sich noch nicht im hydrostatischen Gleichgewicht befindet und daher auch zu Ausbrüchen neigt. Auf dem Bild erkennt man deutlich die mehrschaligen Gas- und Staubnebel, in die der Stern T Tauri eingebettet ist.

Astrofotos von Detlef Hartmann während des ITT 2005

Alle Aufnahmen wurden mit einer Einsteiger-CCD-Kamera SBIG ST-402XME fokal am 17,4″-Newton gemacht. Bis auf den 2003 UB313 wurde jeweils 12×5 Minuten s/w belichtet, bei den Farbaufnahmen kamen dann noch je Farbe (rot/grün/blau) jeweils 3×5 Minuten dazu, d.h. pro Farbbild insgesamt 1,75 Stunden Belichtungszeit.

NGC1275 ist die sehr starke Radioquelle Perseus A im Perseus-Galaxienhaufens. Nach neuesten Beobachtungen nimmt man an, dass dort 2 Galaxien kollidieren und sich dabei gegenseitig durchdringen. Einige der irregulären Strukturen auf dem Foto um den Galaxienkern herum sind dadurch bedingt. Der Galaxienhaufen ist ca. 310 Millionen Lichjahre entfernt.

M1 ist der Krebsnebel im Stier, ein Supernova-Überrest. Die Supernova wurde im Jahr 1054 von den Chinesen beobachtet, sie war 3 Wochen lang sogar am Tageshimmel sichtbar. Auch heute noch breiten sich die Gasmassen der Supernova-Explosion mit 1500 km/sec. aus. Der Krebsnebel ist ca. 3400 Lichtjahre entfernt. Der Reststern ist heute ein Pulsar, der sich 30x pro Sekunde um seine Achse dreht (auf dem Bild ist es der untere rechte der beiden sehr eng beieinander stehenden Sterne in der Bildmitte).

M27 ist der Hantelnebel im Sternbild Füchschen. Es ist ein planetarischer Nebel, im Gegensatz zum Krebsnebel ein weniger dramatischer Vorgang am Lebensende eines Sterns. Er ist 650 Lichtjahre entfernt. Der Nebel wird durch den (blauen) Zentralstern zum Leuchten angeregt.

2003 UB313 ist erst kürzlich entdeckt worden (Januar 2005). Es handelt sich um ein TNO (Trans-Neptunian Object). In der Presse wurde er als der 10. Planet hochgespielt. Er ist größer als Pluto. Er umkreist die Sonne auf einer stark elliptischen Bahn mit einer Umlaufzeit von 557 Jahren. Derzeit ist er 96 Astronomische Einheiten entfernt. Mit einer Helligkeit von 18,8 Mag. war er ein „leichtes“ Objekt. Das Bild ist daher auch nur eine Belichtung von 5 Minuten Dauer.

Bilder vom Astrourlaub von Klaus Lehman – September 2005

Liebe Familie Sattlegger, liebe Familie Graichen und andere Sternfreunde!

In der Nacht vom 1. zum 2. September 2005 hatten wir nach einigen Tagen mit unbeständiger Witterung und nächtlicher Bewölkung endlich wieder einen sternklaren Himmel. Die Milchstraße war in ihrer ganzen Pracht zu bewundern und man konnte sehen, wie allein das Sternenlicht die Nacht erhellte.
Nachdem ich an zwei Abenden zuvor bei kurzen Aufheiterungen die Nachführung des Meade 12″-Teleskops mit „Smart Drive“ geprüft und etwas verbessert hatte, konnte ich die Aufnahmen durchweg mit Belichtungszeiten von 60 sec. ohne zusätzliche Nachführung mit einem Leitstern durchführen.
Ich verwendete dabei einen Fokalreducer- Bildfeldebner von Meade zur Erhöhung der Lichtstärke von F:10 auf F:6,3. Die Brennweite wurde dadurch von 3.000 mm auf 1.890 mm reduziert und das Bildfeld vergrößert. Die verwendete Kamera von SBIG ST2000XM hat eine Chipgröße von 9 x 12 mm mit einer Auflösung von 1600 x 1200 Pixel(Größe der Pixel 7,4 x 7,4 µm). Das Bildfeld der Aufnahmen von M8, M16, M17 und M20 beträgt damit 16 x 21 Bogen-min, M27 ist eine Ausschnittsvergrößerung mit etwa 8 x 10 Bogen-min.
Alle Aufnahmen wurden mit Rot- Grün- Blau- Filtern je 3×60 sec belichtet und zu einem RGB- Komposit vereinigt (TIF), nach geringen Korrekturen in das JPG- Format überführt und zur schnelleren e-Mail- Übertragung von eine Dateigröße von ca. 2 MB auf ca. 500 KB reduziert. Ich finde, dass diese Ergebnisse doch recht beeindrucked und schöne Beweise für die Klarheit des
Sternenhimmels über der Emberger Alm sind.

Ich hoffe, Sie erinnern sich mit diesen Bildern gern an die schönen Urlaustage auf der Emberger Alm und grüße Sie recht herzlich Ihr Klaus Lehmann.

Alpenhof-Wirt geht mit einer Pollen-Falle auf „Gästefang“

v.l.n.r.: Prof. Dr. Bortenschlager Uni Innsbruck, Markus Unterdorfer Draugesund, Thomas Sattlegger, Josef Kirchmair Allergie AlpinKärntens erste Hotel-Pollenfalle wurde beim Alpenhof Sattlegger, der sich auf Allergiker spezialisiert hat, auf der Emberger Alm installiert.

VON CAMILLA KLEINSASSER (Kleine Zeitung)

Achtzig Millionen Europäer sind von Allergien betroffen. In Deutschland, unserem touristisch wichtigsten Einzugsgebiet, leidet laut Studie jeder vierte Erwachsene und jedes dritte Kind an dieser „modernen Zivilisationskrankheit“. Besonders weit verbreitet ist die Pollenallergie.
Viele Hoteliers sehen darin eine Marktlücke und bieten spezielle „Allergiker-Urlaube“ mit Kochkursen, ausgewählten Wanderrouten oder Kneippkuren an. Der Alpenhof Sattlegger auf der Emberger Alm brachte beispielsweise als erstes Kärntner Hotel eine Pollenfalle an. Darin dürften sich gestern jedoch bei der öffentlichen Installation mehr Schneeflocken als Blütenpollen verfangen haben. „Das Messgerät saugt mit Hilfe eines Ventilators, wie ein Mensch beim Atmen, neun Liter Luft pro Minute ein. Innen ist eine Art Filter, der mit Vaseline ausgekleidet ist. Er wird alle sieben Tage ausgetauscht und an die Uni Innsbruck geschickt, wo er schließlich ausgewertet wird.

Das Projekt wird über drei Jahre geführt. So können wir für unsere Urlauber einen hilfreichen Pollenkalender erstellen“, erklärt Alpenhof-Chef Thomas Sattlegger. „Das Vorhaben passt hervorragend in das Konzept von Draugesund, der Positionierung des Naturparks im Oberen Drautal als internationale Gesundheitsdestination“, so Regionalgeschäftsführer Markus Unterdorfer.

Der Hotelkooperation „Allergie Alpin“ zufolge – sie vermarktet auch andere österreichische Gesundheitshotels – garantiert das Hochgebirgsklima Milben- und Schimmelpilzfreiheit. Die Pollenbelastung ist in höheren Lagen um ein Sechstel geringer als in Talgegenden.

Mit dem guten Standort in 1800 Höhenmetern war es für die Alpenhof-Wirtsleute Angelika und Thomas Sattlegger natürlich naheliegend, sich auf der Suche nach Urlaubsalternativen auf Allergiker zu spezialisieren. Schon ein zweiwöchiger Urlaub in pollenarmen Regionen kann nachhaltige Linderung für Menschen, die an einer solchen Überempfindlichkeit des Immunsystems leiden, bringen.